Der "richtige" Umgang mit Hundespielzeug

Darüber, wie man (oder Frau) korrekt mit Hundespielzeug umgeht, lässt sich sicher vortrefflich streiten. Daher im Folgenden einige Gedanken, wie ich es selbst im Training gelernt habe, es zwischen Hunden beobachtet habe und es als hilfreich empfinde. Wie jede/r am Ende damit umgeht, bleibt selbstverständlich jeder/m selbst überlassen.


Eine Anekdote: Ein Mann berichtete ganz glücklich davon, wie sein Yorkshire Terrier einen herzundhund-Filzball fand: "Er hat ihn gleich in sein Körbchen getragen und mich sogar angeknurrt, als ich den wegnehmen wollte. Dann kam der kleine Hund von meinen Schwiegereltern zu uns und sie haben sich ordentlich um den Ball gestritten - so toll findet er den!"

Der Mann war ganz glücklich und es ist niemand zu Schaden gekommen und wenn einem das so gefällt, dann ist das auch okay. Bei größeren Hunden kann es da allerdings schnell problematisch werden.


Meine Labbi-Dame Smilla hat im Kontakt mit anderen Hunden sehr gerne das Sagen und kontrolliert, wer herumrennen darf oder was sonst gerade erlaubt ist. Trifft sie auf andere Hunde, die z.B. gerade einen Stock haben, so knöpft sie denen sehr zügig diesen Stock ab. Dann wird der Stock gern irgendwo plaziert und wehe den anderen Hunden, sie gehen da dran. Denn das ist ihre Ressource an der sie ganz klar zeigt, wer hier das Sagen hat. Ist dies geklärt, ist die ganze Hundegruppe ruhig, entspannt und harmonisch unterwegs.

Analog ist es mit Hundespielzeug bei uns. Diese Ressource ist in dem Fall allerdings meine und ich verwalte sie und sie ist nicht jederzeit frei verfügbar. Umso größer die Freude, wenn wir etwas mit in den Garten oder auf den Spaziergang nehmen oder für Suchspiele im Haus nutzen. Es war nicht ganz leicht für mich, meinem schwarzen Kontrollfreak klar zu machen, dass sie es sich erst holen darf, wenn ich es für sie freigegeben habe. Doch haben wir das geschafft, die Regeln zwischen uns sind klar und so habe ich einen Hund, der viele Freiheiten genießt (sie läuft fast immer ohne Leine), da ich weiß, dass sie zuhört, wenn sie soll. Sie hat auch ganz schnell gelernt, dass Schluss mit dem Spiel ist, wenn sie mal versucht hat, ihr Spielzeug zu zerlegen.


Anders ist es bei unserem kleinen Borstel, der sich von Anfang eingereiht hat und bei uns keinerlei Dominanzgehabe an den Tag gelegt hat. Für den war schon immer völlig klar, dass das unsere Ressourcen sind und dass er die hergibt, wenn wir die einfordern. Ein strenger Blick reicht und er hat jeglichen Zerstörungsversuch unterlassen.


Zusammengafasst ist daher meine Empfehlung:

Der Mensch verwaltet das Spielzeug und holt es hervor, wenn es zur Situation passt und nimmt es dann auch wieder weg (ohne angeknurrt zu werden). Diese Übung kann besonders im Umgang mit Welpen und Junghunden sehr hilfreich sein.

Wenn die Fixierung auf ein Spielzeug sehr groß wird, dann nicht zu viel damit spielen und mehr danach Suchen und Apportieren lassen, als es zu Werfen und den Hund hinterherjagen zu lassen, da man sonst einen Ball-Junkie bekommt, der nur noch den Ball im Kopf hat und gar nicht mehr richtig mit seinem Menschen oder andern Hunden kommuniziert.

Wird ein Zerstörungsversuch unternommen, ist augenblicklich Schluss mit dem schönen Spiel. Hunde sind schlau und haben diesen Zusammenhang sehr schnell verstanden.


Auf diese Weise eingesetzt kann Hundespielzeug unseren Alltag sehr bereichern, den Hund gut auslasten und unsere Beziehung zu unserem Hund vertiefen.



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